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Ich bin eine waschechte Stadtelfe, die auf unplanbaren Wegen zur Herstellung von Püppchen für den Jahreszeitentisch gekommen ist. Im Laufe der Zeit möchte ich Euch gerne meine Arbeit selbst und die daraus entstanden Püppchen vorstellen. Hinter den einzelnen Seiten warten ganz viele Püppchen auf Euch. Bis auf wenige Ausnahmen kann Alles nachbestellt werden. Besuchen könnt Ihr mich zusätzlich bei dawanda.com. Dort befinden sich alle Püppchen, die aktuell genäht und bereit zur Abreise sind. Ich wünsche Euch nun viel Freude mit meinen Arbeiten ♥

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Mittwoch, 4. Januar 2012

Das Schneeflöckchen





Hallo Ihr Lieben,
Endlich kann ich wieder am Blogleben teilnehmen und wünsche Euch erst einmal alles Liebe und Gute zum neuen Jahr.
Für einen der wichtigsten Wünsche des neuen Jahres, gibt es heute die Geschichte vom eitlen Schneeflöckchen:

Es war einmal ein Schneeflöckchen, das lebte mit all seinen Freunden im Palast von Väterchen Frost.
Eigentlich hatte es ein schönes Leben, bis eines Tages von der Erde her eine zarte Kinderstimme das Lied "Schneeflöckchen, Weißröckchen..." in die eisigen Hallen wehte.
Da wurde das Schneeflöckchen ganz aufgeregt und rief: "Ich bin gemeint, ich, ich, ich, mich meint das Kind. Väterchen, trag mich zur Erde, damit mich das Kind sehen und bewundern kann!"
"Aber Flöckchen", antwortete Väterchen Frost, "damit bist doch nicht nur Du gemeint. All meine Kinder sind etwas Besonderes, und in diesem Lied geht es um das Schneien als solches, weil sich die Erdenkinder jedes Jahr über jede einzelne Schneeflocke freuen. Je mehr meiner Kinder ich zur Erde schicke, um so dichter wird der Schnee, dann können die Kinder Schlitten fahren, Schneemänner bauen und Schneeballschlachten machen und über Nacht wachsen Eisblumen am Fenster, die Gemütlichkeit und Wärme in den Häusern vermitteln."
"Du irrst Väterchen", antwortete Flöckchen trotzig. "Nur ich bin gemeint, weil ich das schönste Flöckchen von allen bin. Mein Kleid ist so rein, ich strahle im hellsten Weiß und meine Zacken sind die kompliziertesten von allen, nur mich will das Kind sehen."
Da sagte Väterchen Frost: "Ich schicke dich schweren Herzens fort, damit du etwas lernen kannst, was du jetzt anscheinend noch nicht lernen willst. Wenn du wieder nach Hause willst, dann rufe einfach nach mir." Dann versetzte Väterchen Frost das kleine Schneeflöckchen in einen tiefen Schlaf und trug es in eine Wolke, welche einmal rund um den Garten von Mutter Natur fliegen wollte, damit das Schneeflöckchen seine Lektion lernen konnte.
Als es ganz alleine in der Wolke erwachte, wurde ihm Angst und Bange.
"Wo bin ich hier, was soll denn das, wo ist denn mein Reich und das Kind, das nach mir gerufen hat?"
Da erzählte ihm die Wolke, dass Väterchen Frost sie beauftragt hat, das kleine Schneeflöckchen auf ihre Reise mitzunehmen. "Wozu denn das?", fragte das Schneeflöckchen.
"Damit du lernst, dass du zwar etwas besonderes bist, aber nicht besonderer als irgendein anderes Wesen im Reich von Mutter Erde."
Das kleine Flöckchen sagte nur "PAH" und drehte sich eingeschnappt zur Seite.
Nach einer Weile wurde ihm langweilig und es schaute neugierig nach unten.
Die Wolke machte gerade über einer wunderschönen Blumenwiese Rast.
"Schaut mich an, ihr Blümchen, seht wie wunderschön ich bin", sagte das eitle Flöckchen, denn was nutzt einem alle Schönheit, wenn man nicht gebührend bewundert wird.
Aber die Blumen hatten gar kein Interesse an dem eingebildeten Flöckchen.
Sie riefen: "Du bist überhaupt nicht schöner als wir. Wir sind doch auch schön und bunt und duften. Du hast zwar ein tolles Kleid und einen schönen Zackenhut, aber du riechst nach gar nichts. Wir sind viele und haben  unsere Freunde und die Bienen und Schmetterlinge. Für uns singen die Vögel, uns lieben die Menschen, was bist denn du schon, so ganz alleine in deiner Wolke? Jetzt im Sommer bist du auf der Erde ganz schnell nur noch ein durchsichtiger Tropfen, der verdampfen wird und lange Zeit braucht um wieder ein Schneekleid zu bekommen. Geh weg, es ist nicht deine Zeit, außerdem mögen wir den Schnee nur im Winter, wenn wir schlafen und er uns als ruhende Decke dient."
"Ihr blöden Blumen", schrie das Flöckchen, "euch werde ICH nicht dienen, mit euch will ich nie mehr etwas zu tun haben!"
Als die Wolke weiterzog, rief das Flöckchen: "Väterchen, komm herbei und hol mich wieder heim!"
Väterchen Frost antwortete durch den Wind: "Gerne mein Flöckchen, hast du denn deine Lektion schon gelernt."
"Ja", antwortete das Flöckchen, "ich weiß jetzt ganz genau, dass ICH Recht hatte, das habe ich durch die blöden Blumen erfahren. Außer duften und angeben, können die doch gar nichts. Ich brauche nur anwesend zu sein, dass reicht, um ein Kinderherz glücklich zu machen." Doch Väterchen Frost antwortete nicht mehr, und so musste das Flöckchen mit der Wolke weiter ziehen.
Nach ein paar Tagen, stand die Wolke über einer prächtigen Gruppe von Apfelbäumen. Die Blätter rauschten sanft im Wind, die Äpfel dufteten verführerisch und jeder einzelne Baum wiegte sich zufrieden hin und her und freute sich über sein schönes Dasein.
Wieder rief das Schneeflöckchen nach unten: "Seht mich an wie schön ich bin, ich bin einzigartig, habt ihr so etwas Schönes wie mich schon einmal gesehen, ihr alten Bäume?"
Da riefen die Bäume empört nach oben: "Wer bist du denn schon, du eingebildete Schneeflocke? Sieh uns doch an, wir sind zwar alt, aber gerade jetzt stehen wir in unserer herrlichsten Pracht vor dir. Im Frühling tragen wir ebenfalls ein helles Kleid, aber es ist aus tausenden, duftender Blüten und später werden köstliche Äpfel daraus. Dann klettern die Kinder auf uns herum und stillen ihren Hunger an unseren Früchten, bist du also wirklich besser als wir? Von dir wird niemand satt und so ganz alleine kannst du auch niemandes Durst stillen! Am Anfang sind wir weiß, aber dann leuchten wir im grünen Blätterkleid und unsere Früchte tragen rot und gelb und im Herbst färben sich unsere Blätter in den schönsten Farben. Sie fallen herab und wärmen die Tiere im Winter, wenn wir kahl sind und schlafen müssen. Geh weg, wir wollen dich nicht, du erinnerst uns nur daran, dass wir bald wieder nackt und müde sind und von deinem kalten Weiß bedeckt werden."
"Euch werde ich ganz bestimmt nicht bedecken, meint ihr etwa, dass ich Lust habe, nur eurem blöden Geschnarche zu lauschen?"
Da zog die Wolke weiter, denn die Bäume raschelten nun so laut, dass sie beinahe Kopfschmerzen davon bekommen hätte.
Das Schneeflöckchen war nun wieder erbost und rief nach seinem Väterchen.
Aber Väterchen Frost hatte heimlich gelauscht und ihm war klar, dass er noch eine Weile auf sein Kind verzichten musste. So antwortete er erst gar nicht, als das Flöckchen schrie: "Väterchen, hol mich jetzt endlich heim. Die Bäume haben bewiesen, dass ich etwas besonderes bin. Die stehen doch nur langweilig in der Gegend herum, aber ich, ich kann tanzen und fliegen und bringe den Kindern viel mehr Freude, als so langweile, alte Schnarcher."
Nach ein paar Tagen hielt die Wolke über einem großen See an.
Dort tummelten sich viele Fische im Wasser und jagten umher, die Libellen summten zufrieden, das Schliffrohr wiegte sich in den Wellen und die Seerosen tanzen freudig auf und ab.
Überall flogen kleine Wassertröpfchen auf und mit der Sonne zusammen bildeten sie einen wunderschönen Regenbogen über der ganzen Szenerie.
Das Flöckchen beobachtete das Treiben eine Zeit lang und hielt nach dem passenden Ansprechpartner Ausschau. Da fand sich ein kleines Tropfenkind am Rande eines Seerosenblattes.
"Sieh mich an, du kleines Tröpfchen, sieh, wie schön ich bin. Du bist ja schon ganz aus der Form gebracht, ich dagegen habe eine lange Reise hinter mir und bin immer noch so schön, wie am ersten Tag."
Das Tröpfchen war zwar alleine und hatte keine Verstärkung, um sich gegen das eitle Flöckchen zu wehren. Aber es war auch gutmütig, weil es mit sich und der Welt so zufrieden war.
"DU bist hier der arme Tropf, das kann ich dir sagen. Ich war vor unendlich langer Zeit ebenfalls ein Schneeflöckchen. Ich trug ein ähnliches Kleid wie du, dann bin ich mehrfach zur Erde gefallen, habe unzählige Kinderherzen erfreut, die Weihnachtszeit noch mehr strahlen lassen, die Blumen bedeckt, die kahlen Bäume friedlich schlafen lassen und war so manches Mal eine Eisblume an einem schönen Winterfenster. Nach langen Jahren bin ich in eine Wolke geraten und an einem hohen Berg als Regentropfen herab gefallen. Von dort aus bin ich erst als kleines Rinnsal, dann als große Fluss im Meer gelandet und nun bin ich durchs Verdampfen und wieder geboren werden hier gelandet. Hier ist es wunderschön, ich kann den Fischen Lebensraum bieten, die Menschen und Tiere abkühlen und erfrischen und ich kann im Regenbogen bunter leuchten, als ich es je als Flöckchen gekonnt hätte. Doch das Wichtigste ist, dass ich nie alleine war, alleine hätte ich das nie erleben können, ich hatte immer meine Freunde und Geschwister um mich herum, zusammen haben wir diese kleinen Paradiese geschaffen. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und ist vom Moment abhängig. Also sieh genau hin, wie wunderschön ICH bin. Ich bin reich an Erfahrungen und Liebe, momentan getarnt als wässriger Tropfen, der aber aus der Mitte heraus strahlt. Du dagegen bist einfach nur eine einzelne Schneeflocke in einer Wanderwolke, mit verschlossenem Herzen und und starrem Sinn, du tust mir sehr, sehr leid."
Nach dieser beeindruckenden Rede glitt der Tropfen in den See und war verschwunden.
Das Schneeflöckchen war sprachlos, SO hatte noch nie jemand mit ihm geredet und plötzlich verstand es und fing bitterlich an zu weinen.
"Väterchen", rief es, sich immer wieder schüttelnd, "bitte hol mich heim."
Das Väterchen antwortete: "Willst du mir jetzt erzählen, von welchen Abenteuern du nun träumst, was du unbedingt alles erleben musst und wie wichtig du bist, weil du all das auch tun könntest, von dem dir der Wassertropfen erzählt hat?"
"Nein", sagte das Flöckchen kleinlaut. "Es ist mir egal, was aus mir nach meiner Rückkehr wird. Ich möchte nur nicht mehr alleine hier auf dieser Wolke sitzen müssen. Wenn du willst, dass ich die Blumen bedecke, dann tue ich das. Wenn meine Aufgabe sein soll, die Bäume während ihres Winterschlafes zu hüten, dann mache ich das. Wenn ich als kleiner Regentropfen in einer Pfütze landen soll, dann gebe ich auch mein schönes Kleid auf. Aber nie mehr will ich so einsam sein. Das kleine- auf den ersten Blick so unscheinbare- Tröpfchen hat mich gelehrt, dass ich ein Nichts ohne meine Freunde bin."
Da fand es sich wie von Zauberhand in den Armen von Väterchen Frost wieder, in mitten seiner vielen Geschwister und alle jubelten ihm zu. Jeder freute sich über die Rückkehr des Flöckchens und als die Kinderstimme wieder erklang, durfte das Schneeflöckchen, als eines von vielen, mit auf die Erde rieseln. Auf dem Weg nach unten wurde sein Kleid noch größer und strahlender und es erlebte noch viele wunderbare Abenteuer.

Aber davon ein anderes Mal, für heute wünsche ich Euch treue Freunde auf all Euren Wegen im neuen Jahr, auf dass Ihr nie einsam und alleine sein müsst.

Liebe Grüße-
Eure Elfe